Home Herren Herren: Phönix aus der Asche

    Mühsam wurde am Doppel - Heimspieltag die Pflichtaufgabe "Sieg gegen Biedenkopf 3" bewältigt. Die Nachwuchsmannschaft bewegte sich flink und brachte den Ball immer wieder zurück in unser Feld, was schon Anlass genug für uns war, permanent in Schwierigkeiten zu geraten. So gewann man zwar 3 : 1, hatte aber nach dem zwischenzeitlichen 1 : 1 Satzausgleich durch die Jungs aus dem Hinterland einige kritische Situationen zu meistern und beendete den dritten Satz etwas glücklich mit 27 : 25. Das war dann aber der Knackpunkt in einer unsererseits bemühten und auf das Notwendige reduzierten Arbeitsleistung. Positiv und wichtig war hier, dass die Aufgabe bewältigt und wenn's drauf ankam zugelegt werden konnte. Am Ende standen dann insgesamt gerade mal 8 Spielpunkte mehr bei uns auf dem Tableau. Martin, stark am Netz und mit Aufschlagsserie, Dieter im Zuspiel sicher und mit gewohnt klarer Angabe sowie ungewöhnlich guter Abwehr und in Wiedereingliederung David nach längerer Erkrankung (Bild, im erfolgreichen Block) ersetzten die müden Kämpen des 1. Spiels, und damit kommen wir jetzt zur Gala, dem vorausgegangenen Spiel, dem Spiel zweier gleich starker Mannschaften zwischen den Niederungen des Tabellenendes und den tabellarischen Toplagen, nicht von ungefähr auch Nachbarn auf den Plätzen 4 und 5 der Kreisliga Gießen - Marburg.

    Rückblende: Nach kurzer Nacht und kaum den Schlaf aus den Augen gewischt, erreichten manche von uns die Halle erst leicht verspätet und hatten schon auf dem Parkplatz die Begegnung der anderen Art. Auf die unbedachte Frage an die auch eben sich versammelnden Gießener, ob sie denn schon genug Spieler beisammen hätten, gab's die klare Ansage "Für euch reicht's!". Eingeschüchtert schlich man sich zur Umkleide und beim Einspielen und anschließenden Einschlagen wurd's nicht besser, zu gut sahen die Aktionen des Gegners hinter und über dem Netz au, zu heftig knallten die Angriffsschläge erst auf unsere Seite und dann in unser Gemüt.

    Also, Sechserpack auf's Feld geschickt und los ging's. Erstaunlich, dass man bis zum 11 : 11 gut mithielt aber der Satzverlust mit 15 : 25 letztlich niemanden überraschte. Eigentlich sollte man sich nun in sein Schicksal ergeben. Ab hier beginnt dann die Story von Phönix. Und die Show der Mannschaft. Leidenschaft und Bewegung waren der Motor, spektakuläre Aktionen die Folge und 25 : 18, 25 : 21 das Ergebnis. Gutes Zuspiel und zugleich sichere wie gefährliche Angaben durch Thorsten, überall zu finden, kraftvoll dynamischer Außenangriff und super beständige Annahme durch Erik, nach anfänglicher Unsicherheit Patrick stark und zuverlässig in Zuspiel und Block, Ralf mit mehreren passgenauen Diagonal - und Longlineangriffen von Position Zwei und sehr aufmerksamer Abwehr, Winni in der Mitte nicht klein zu kriegen und häufig erfolgreich sowohl links wie rechts am Block vorbei. Adrenalin gewinnt gegen Erkältungsvirus am Beispiel von Rapha, der sich zwei Stunden lang jenseits seines aktuellen Gesundheitsszustandes bewegte und den Gegner nicht mit Viren sondern mit Schlägen traktierte. Leider war es nicht möglich, die Spannung auch im Folgesatz noch am oberen Limit zu halten und so verlor man diesen mit 19 : 25. Wenn es bis dahin ein sehr schöner Erfolg war und vermutlich auch niemand eine 5 - Satz Niederlage bitter beklagt hätte, so war der Tiebreak doch noch ein Herzensbrecher.

    Aber, trotz frenetischer Anfeuerung der Zuschauer im Verbund mit unserer Damenmannschaft, die es sich nicht nehmen ließ, nach eigenem Spielende uns Beine zu machen, lagen wir doch relativ schnell mit 3 : 6 zurück und wurden dabei auch noch vom etwas verunsicherten Schiedsgericht benachteiligt, die einen Rotationsfehler des Gegners nicht ahndeten. Und genau hier wieder musste sich der gealterte Vogel Phönix selbst verbrennen, um verjüngt und schön aus seiner Asche wiederaufzustehen. Wie auch immer, von da an beginnt die "Jetzt-wollen-wir-das-aber-wissen-und-geben-keine-Handbreit-mehr-nach" - Phase, die Entwicklung an deren Erklärung sich auch die Sportpsychologen dauerhaft die Zähne ausbeißen, die archaische Phase des gemeinsamen auf die Jagd Gehens und: Die Seiten werden schon mit 8 : 7 für uns gewechselt. Alle wollen's jetzt wirklich wissen, jeder übernimmt Verantwortung und mit starkem Finish und riesiger Zuschauerunterstützung steht das 15 : 8 bald fest. Damit sind die Tabellenplätze getauscht und die Freude der Nachbetrachtung liegt bei uns. Eins der Toppspiele der Saison und der wichtigste Grund für die Sucht (Bild unten).

     

    Volpertshausen - Biedenkopf     3 : 1

    Volpertshausen - Gießener SV    3 : 2